Die Herbststürme kommen jedes Jahr – und jedes Jahr richten sie Schäden an, die mit etwas Vorbereitung vermeidbar gewesen wären. Lockere Dachziegel, umherfliegende Gartenmöbel, abbrechende Äste: Ein Sturmtief mit Orkanböen kann aus harmlosen Gegenständen Geschosse machen. Wer Haus und Garten rechtzeitig sturmfest macht, schützt nicht nur sein Eigentum, sondern auch Passanten und Nachbarn.
Vor dem Sturm: die Checkliste
- Lose Gegenstände sichern: Gartenmöbel, Sonnenschirme, Mülltonnen, Blumentöpfe und Trampoline gehören bei Sturmwarnung in den Schuppen oder werden fest verzurrt. Ein Trampolin kann bei Orkan über Zäune fliegen.
- Bäume kontrollieren: Totholz und morsche Äste vor der Saison entfernen lassen. Bei akuter Sturmwarnung ist es dafür zu spät – dann Abstand halten.
- Dach und Fassade prüfen: Lockere Ziegel, Antennen und Satellitenschüsseln vor der Sturmsaison von einem Fachbetrieb sichern lassen. Aufs Dach steigen sollte niemand bei aufziehendem Wind.
- Fenster, Türen, Rollläden schließen: Geschlossene Rollläden schützen die Scheiben vor fliegenden Teilen. Kellerschächte und Dachfenster nicht vergessen.
Windstärken einordnen: die DWD-Warnstufen
| Stufe | Windgeschwindigkeit | Was zu erwarten ist |
|---|---|---|
| Windböen (Bft 7) | ca. 50–61 km/h | Zweige brechen, Gehen wird spürbar schwerer |
| Sturmböen (Bft 8–9) | ca. 62–88 km/h | Äste brechen, lose Teile fliegen |
| Schwere Sturmböen (Bft 10) | ca. 89–102 km/h | Bäume entwurzeln, Dachschäden möglich |
| Orkanböen (Bft 11–12) | ab ca. 103 km/h | Schwere, verbreitete Schäden – draußen lebensgefährlich |
Während des Sturms: drinnen bleiben
Die wichtigste Regel bei Orkan: im Haus bleiben und von Fenstern fernhalten. Kein Gang in den Garten, um doch noch etwas zu sichern – die meisten Sturmverletzungen passieren im Freien durch herabfallende Äste und Dachteile. Wer im Auto unterwegs ist, meidet Alleen und Waldstrecken und hält Abstand zu Lkw, die von Böen versetzt werden können. Auf Autobahnen gilt bei Sturmwarnung: Tempo reduzieren und das Lenkrad fest im Griff halten, gerade an Brücken und Waldschneisen.
Nach dem Sturm und der Blick auf die Versicherung
Schäden sofort dokumentieren – Fotos vor dem Aufräumen. Die Wohngebäudeversicherung greift bei Sturmschäden in der Regel ab Windstärke 8. Herabgefallene Äste erst entfernen, wenn kein Nachrutschen droht, und beschädigte Stromleitungen niemals selbst anfassen, sondern den Netzbetreiber rufen. Für die eigene Vorsorge lohnt sich ein Blick auf die DWD-Warn-App: Sie warnt regional und rechtzeitig, sodass genug Zeit zum Sichern bleibt.
Häufige Fragen (FAQ)
Ab welcher Windstärke zahlt die Versicherung?
Die Wohngebäude- und Hausratversicherung greift bei Sturmschäden in der Regel ab Windstärke 8 (ca. 62 km/h). Schäden vor dem Aufräumen fotografieren und der Versicherung melden.
Was muss ich im Garten zuerst sichern?
Alles Leichte und Großflächige: Trampolin, Sonnenschirm, Gartenmöbel, Mülltonnen und Blumentöpfe. Was nicht in den Schuppen passt, fest verzurren – ein Trampolin kann bei Orkan über Zäune fliegen.
Darf ich bei Sturm noch schnell nach draußen?
Nein. Die meisten Sturmverletzungen passieren im Freien durch herabfallende Äste und Dachteile. Sichern nur, solange die Warnung Zeit lässt – bei aktivem Orkan drinnen bleiben.
Woher weiß ich rechtzeitig von einem Sturm?
Über die DWD-WarnWetter-App und Warnlageberichte. Sie warnen regional und meist mehrere Stunden im Voraus – genug Zeit, um Haus und Garten zu sichern.
Fazit: Sturmschäden lassen sich zum großen Teil verhindern – mit einer halben Stunde Vorbereitung, sobald die Warnung kommt. Lose Gegenstände sichern, Bäume rechtzeitig pflegen, Rollläden schließen und während des Sturms drinnen bleiben. Der beste Schutz ist die DWD-Warnung ernst zu nehmen, bevor die erste Böe kommt.
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