Gehörschutz bei der Arbeit: Ab wann Lärm wirklich gefährlich wird

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  • Beitrag zuletzt geändert am:13. Juli 2026
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Lärmschwerhörigkeit gehört seit Jahren zu den am häufigsten anerkannten Berufskrankheiten in Deutschland – und sie ist unheilbar. Was kaputt ist, bleibt kaputt: Die feinen Haarzellen im Innenohr wachsen nicht nach. Umso wichtiger, rechtzeitig gegenzusteuern.

Die magischen Grenzwerte: 80 und 85 Dezibel

Die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung zieht klare Linien: Ab einem Tages-Lärmexpositionspegel von 80 dB(A) muss der Arbeitgeber Gehörschutz zur Verfügung stellen, ab 85 dB(A) bist du verpflichtet, ihn zu tragen. Zur Einordnung: Ein Winkelschleifer liegt oft über 95 dB, eine Kreissäge bei rund 100 dB, ein Presslufthammer noch darüber. Tückisch: Schon bei 85 dB beginnt das Risiko nach wenigen Stunden täglicher Belastung – nicht erst, wenn es „wehtut“.

Stöpsel, Kapsel oder Otoplastik?

  • Einweg-Ohrstöpsel: günstig und leicht – aber nur wirksam, wenn sie korrekt tief eingesetzt werden.
  • Bügelstöpsel: schnell auf- und abgesetzt, ideal bei wechselnder Lärmbelastung.
  • Kapselgehörschutz: einfach richtig anzuwenden, gut kombinierbar mit Helm; kann bei Hitze unangenehm werden.
  • Otoplastiken: individuell angepasst, hoher Tragekomfort über ganze Schichten – die Premium-Lösung für Dauerlärm.

Der SNR-Wert: Dämmung mit Augenmaß

Jeder Gehörschutz trägt einen SNR-Wert (Single Number Rating), der die Dämmwirkung in Dezibel angibt. Mehr ist nicht automatisch besser: Wer zu stark dämmt, versteht Warnsignale und Kollegen nicht mehr – Überprotektion ist ein echtes Sicherheitsrisiko. Ziel ist ein Restschallpegel am Ohr von etwa 70 bis 80 dB. Und fürs Feierabend-Leben gilt das Gleiche: Konzert, Motorsäge im Garten, laute Musik im Kopfhörer – das Ohr unterscheidet nicht zwischen Job und Freizeit.

Fazit: Gehörschutz ist die einfachste Versicherung gegen einen bleibenden Schaden. Finde die Bauart, die du wirklich acht Stunden trägst – der beste Schutz ist der, der im Ohr bleibt.

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