Wer sich gerade einen Neuwagen bestellt, bekommt ab sofort mehr Technik an Bord – ob gewollt oder nicht. Seit dem 7. Juli 2026 dürfen neu zugelassene Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in der EU nur noch mit einer erweiterten Palette an Sicherheits- und Assistenzsystemen verkauft werden. Grundlage ist die EU-Verordnung 2019/2144 (die „General Safety Regulation“), die nun ihre nächste Ausbaustufe erreicht.
Das wird jetzt Pflicht
- Erweiterter Notbremsassistent: Er erkennt künftig nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Fußgänger und Radfahrer und leitet bei drohender Kollision automatisch eine Bremsung ein.
- Müdigkeits- und Ablenkungswarner: Ein System überwacht Aufmerksamkeit und Blickrichtung und schlägt bei nachlassender Konzentration Alarm.
- Notfall-Spurhalteassistent: Wird auf weitere Fahrzeuge ausgeweitet und hält das Auto in kritischen Situationen in der Spur.
- Verbesserter Fußgängerschutz: unter anderem durch angepasste Front- und Kopfaufprallzonen.
Die Regeln gelten für die Fahrzeugklassen M1 (Pkw) und N1 (leichte Nutzfahrzeuge). Ziel der EU ist es, schwere Unfälle zu senken und besonders die ungeschützten Verkehrsteilnehmer – Fußgänger, Rad- und E-Scooter-Fahrer – besser zu schützen. Einen Überblick über die Neuerungen bietet auch die Berliner Zeitung.
Was bedeutet das für dich?
- Nur für Neufahrzeuge: Die Pflicht gilt für die Erstzulassung ab dem Stichtag – dein bestehendes Auto musst du nicht nachrüsten und darfst es unverändert weiterfahren.
- Beim Autokauf: Neuwagen werden dadurch tendenziell etwas teurer, bieten aber mehr Schutz. Lass dir die Systeme bei der Übergabe erklären.
- Assistenten richtig nutzen: Manche Warner lassen sich pro Fahrt abschalten – sie aktivieren sich beim nächsten Start aber wieder. Die Systeme sind Unterstützung, kein Ersatz für aufmerksames Fahren.
- Für Radfahrer und Fußgänger: Der bessere Notbremsassistent hilft – aber verlass dich nie darauf. Sichtbarkeit durch helle Kleidung und Reflektoren bleibt dein wichtigster Schutz.
Unterm Strich: Autofahren wird sicherer, ohne dass du selbst aktiv werden musst. Wer neu kauft, bekommt moderne Schutztechnik serienmäßig – wer sein Auto behält, ist rechtlich auf der sicheren Seite.
Quellen: auto motor und sport, Berliner Zeitung. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung.
