Seit dem 1. Juli 2026 gilt die neue StVG-Novelle – und sie bringt Änderungen, die jeden Autofahrer betreffen können. Drei Punkte solltest du kennen: Verkehrsverstöße verjähren später, der „Punktehandel“ wird teuer bestraft, und der Führerschein wandert Schritt für Schritt aufs Smartphone. Wir ordnen ein, was dahintersteckt.
Verjährung: aus drei werden sechs Monate
Die Verfolgungsverjährung für Verkehrsordnungswidrigkeiten – etwa Geschwindigkeitsverstöße – wurde von drei auf sechs Monate verlängert. Die Behörden haben damit deutlich mehr Zeit, einen Bußgeldbescheid zuzustellen. Wer bisher darauf gehofft hat, dass ein Verstoß „durchrutscht“, wird künftig länger warten müssen, bis er sicher sein kann. Details beim ARCD und im Bußgeldkatalog-Ratgeber.
Punktehandel: bis zu 30.000 Euro Strafe
Neu und deutlich: Der sogenannte Punktehandel ist jetzt ausdrücklich verboten. Gemeint ist die Praxis, dass sich eine andere Person – gegen Geld oder als Gefälligkeit – fälschlich als Fahrer ausgibt, damit der tatsächliche Fahrer Punkte in Flensburg, ein Fahrverbot oder andere Folgen umgeht. Das kann nun mit einem Bußgeld von bis zu 30.000 Euro geahndet werden. Wer also gebeten wird, „mal eben“ einen Punkt zu übernehmen, riskiert eine empfindliche Strafe.
Digitaler Führerschein: die Karte bleibt gültig
Die Novelle schafft außerdem die Grundlage, den Führerschein künftig per Smartphone-App nachzuweisen, sobald die technischen Voraussetzungen stehen. Wichtig für alle, die jetzt schon skeptisch sind: Der klassische Kartenführerschein bleibt weiterhin gültig – die App ist eine Ergänzung, kein Zwang. Ebenfalls Teil des Pakets ist der Rechtsrahmen für kameragestützte „Scancars“ zur Parkraumüberwachung.
Was bedeutet das für dich?
- Belege länger aufheben: Fahrtenbuch, Tankquittungen oder Fotos können auch nach Monaten noch wichtig werden, wenn ein Bescheid spät kommt.
- Finger weg vom Punktehandel: Niemandem einen Punkt „abnehmen“ – die Ersparnis steht in keinem Verhältnis zum Risiko von bis zu 30.000 Euro.
- Bescheid genau prüfen: Kommt ein Bußgeldbescheid, lohnt der Blick auf Fristen und Angaben – im Zweifel fachkundigen Rat einholen, statt vorschnell zu zahlen oder zu ignorieren.
- Karte behalten: Den physischen Führerschein weiter griffbereit haben – die App ersetzt ihn (noch) nicht.
Fazit: Die StVG-Novelle 2026 macht die Verfolgung von Verstößen konsequenter und schließt eine bekannte Lücke beim Punktehandel. Für ehrliche Autofahrer ändert sich im Alltag wenig – wer sich an die Regeln hält, hat nichts zu befürchten. Aktuelle Bußgelder und Fristen findest du jederzeit im Bußgeldkatalog.

