Recht & Verkehr: Zeitumstellung am Sonntag – warum jetzt das Wildunfall-Risiko steigt und wer zahlt

Reh am Waldrand im Scheinwerferlicht einer Landstraße in der Abenddämmerung – Wildwechselgefahr

In der Nacht zum Sonntag, 25. Oktober 2026, endet die Sommerzeit: Um 3 Uhr werden die Uhren auf 2 Uhr zurückgestellt. Klingt harmlos – hat aber eine handfeste Folge für den Straßenverkehr. Der abendliche Berufsverkehr fällt ab jetzt mitten in die Dämmerung, und genau dann sind Reh, Wildschwein & Co. unterwegs. Die Folge: Die Zahl der Wildunfälle steigt rund um die Zeitumstellung spürbar an (Quelle: ADAC).

Warum das Risiko jetzt hochschnellt

Tiere haben keinen Terminkalender: Ihre aktivste Zeit ist die Dämmerung am frühen Morgen und am Abend. Durch die Zeitumstellung überschneidet sich der dichte Feierabendverkehr plötzlich mit dieser Phase. Mit kürzer werdenden Tagen steigt die Zahl der täglichen Wildunfälle laut Versicherern um rund die Hälfte. Besonders gefährlich sind Strecken an Wald- und Feldrändern.

Wer zahlt den Schaden?

  • Teilkasko: Der Zusammenstoß mit Tieren ist klassischer Teilkasko-Fall. Die Grundform deckt in der Regel Haarwild (Reh, Wildschwein, Hirsch); andere Tiere – etwa Hund, Pferd oder Fuchs – sind nur in besseren Tarifen mitversichert. Ein Blick in die Police lohnt.
  • Kein Verlust des Schadenfreiheitsrabatts: Ein regulierter Wildschaden stuft die Teilkasko nicht hoch – anders als ein selbstverschuldeter Unfall in der Vollkasko.
  • Ausweichmanöver: Wer ausweicht und ohne Tierkontakt verunfallt (etwa gegen einen Baum), ist oft nur über die Vollkasko abgesichert. Deshalb gilt: kontrolliert bremsen statt riskant ausweichen.

So reagierst du nach einem Wildunfall

Unfallstelle absichern (Warnblinker, Warnweste, Warndreieck), bei Verletzten den Notruf 112 wählen und in jedem Fall die Polizei verständigen – auch bei reinem Blechschaden. Für die Abrechnung mit der Versicherung brauchst du eine Wildunfallbescheinigung, die Polizei oder Jagdpächter ausstellen. Fass das verletzte oder tote Tier nicht an (Verletzungs- und Seuchengefahr) und entferne es nicht eigenmächtig.

Was bedeutet das für dich?

  • In der Dämmerung runter vom Gas: An Wald und Feld bremsbereit fahren und Wildwechsel-Schilder ernst nehmen.
  • Ein Tier = mehrere Tiere: Wild tritt oft im Rudel auf. Taucht eines auf, mit weiteren rechnen und das Tempo sofort drosseln.
  • Richtig bremsen: Scharf bremsen, Lenkrad festhalten, Spur halten – nicht reflexartig ausweichen. Der Aufprall ist meist das kleinere Übel gegenüber Gegenverkehr oder Baum.
  • Fernlicht clever nutzen: Wo kein Gegenverkehr ist, mehr sehen mit Fernlicht; taucht ein Tier auf, abblenden und hupen – Dauerlicht lässt Wild erstarren.

Fazit: Die Zeitumstellung schiebt den Feierabendverkehr in die gefährlichste Wildwechsel-Phase. Wer an Wald und Feld das Tempo drosselt, bremsbereit bleibt und im Ernstfall kontrolliert bremst statt auszuweichen, senkt sein Risiko deutlich. Und wenn es doch kracht: Polizei rufen und die Wildunfallbescheinigung für die Teilkasko sichern.

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