Rund 4.000 Grillunfälle zählen Unfallversicherer in Deutschland pro Jahr, mehrere hundert davon mit schweren Verbrennungen. Die traurige Konstante: Fast immer ist Brandbeschleuniger im Spiel oder ein Kind zu nah am Grill. Beides lässt sich komplett vermeiden.
Die eiserne Regel: kein Spiritus, niemals
Spiritus oder Benzin auf Kohle erzeugt eine explosionsartige Stichflamme mit meterhoher Verpuffung – die häufigste Ursache schwerster Grillverbrennungen. Sicher anzünden geht mit Anzündkamin (unser Favorit: schnell, gleichmäßig, ohne Chemie), festen oder flüssigen geprüften Grillanzündern (DIN EN 1860-3) und etwas Geduld. Nachschütten auf glühende Kohle ist auch mit zugelassenen Anzündern tabu.
Standort und Ausrüstung
- Fester Stand auf ebenem, nicht brennbarem Untergrund, windgeschützt, mit Abstand zu Hecken, Sonnenschirmen und Fassaden.
- Löschmittel griffbereit: Eimer Sand, Löschdecke oder Feuerlöscher – Wasser nur für Kohlereste, nie für Fettbrände!
- Grillhandschuhe mit langem Stulpen und langstielige Werkzeuge schützen Hände und Unterarme.
- Gasgrill: vor der Saison Schlauch und Anschlüsse mit Lecksuchspray oder Seifenlauge prüfen; Flaschenventil nach dem Grillen schließen.
- Kinder und Haustiere: mindestens zwei bis drei Meter Sicherheitszone – am besten klar vereinbart und konsequent durchgesetzt.
Wenn doch etwas passiert
Kleinere Verbrennungen sofort 10 bis 20 Minuten mit handwarmem Wasser kühlen (kein Eis), danach steril abdecken. Brandblasen nicht öffnen, Hausmittel wie Mehl oder Zahnpasta sind Mythen und verschlimmern alles. Bei Verbrennungen größer als eine Handfläche, im Gesicht oder bei Kindern: ab zum Arzt bzw. 112. Ein brennender Grill wird nie mit Wasser gelöscht, sondern mit Deckel, Löschdecke oder Sand erstickt – und ein Kohlegrill wandert erst kalt (am nächsten Tag!) in die Tonne.
Fazit: Anzündkamin statt Spiritus, Löschdecke in Reichweite, Kinderzone einhalten – drei Regeln, die 90 Prozent aller Grillunfälle verhindern. Dann bleibt der Grillabend das, was er sein soll: der beste Teil des Sommers.
