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Reiten wirkt sanft – die Unfallstatistik spricht eine andere Sprache: Kaum eine Sportart bringt mehr schwere Kopf- und Rumpfverletzungen hervor. Der Grund ist simpel: ein halbes Tonnen-Tier mit eigenem Willen plus zwei Meter Fallhöhe. Umso erstaunlicher, dass der Helm bei erwachsenen Freizeitreitern immer noch Diskussionsthema ist.
Der Reithelm: nicht verhandelbar
Moderne Reithelme nach VG1 01.040 (Nachfolger der EN 1384) sind leicht, belüftet und stylisch – das Argument „unbequem“ ist seit Jahren erledigt. Wichtig: Nur ein Reithelm ist ein Reithelm. Fahrradhelme decken Hinterkopf und Schläfen nicht reitgerecht ab und sind für Hufschlag-Szenarien nicht getestet. Passform-Check wie immer: waagerecht aufsetzen, Drehrad anpassen, bei offenem Kinnriemen darf beim Kopfschütteln nichts wackeln. Nach jedem Sturz mit Kopfkontakt und spätestens nach ca. fünf Jahren: ersetzen. Und ja – auch beim „nur mal eben longieren“ und bei der Bodenarbeit passieren Kopfverletzungen.
Sicherheitswesten: mehr als Turnier-Pflicht
- Level-3-Protektorwesten (EN 13158): Schaumstoffwesten, die Rumpf und Wirbelsäule bei Stürzen und Tritten dämpfen – im Gelände und beim Springen dringend empfohlen, für Kinder in vielen Ställen Standard.
- Airbag-Westen: lösen per Reißleine oder elektronisch beim Abflug aus und legen sich schützend um Rumpf und Nacken – als Ergänzung zur Protektorweste, nicht als Ersatz (bei Tritten am Boden hilft nur der Protektor).
- Rückenprotektoren: die leichtere Alternative für Vielreiter, die keine volle Weste möchten.
Der Rest vom Set
Feste Reitstiefel oder Stiefeletten mit Absatz verhindern das Durchrutschen durch den Steigbügel – Turnschuhe sind am Pferd ein echtes Risiko (Hängenbleiben beim Sturz!). Sicherheitssteigbügel mit Ausklinkmechanismus entschärfen genau dieses Szenario zusätzlich. Handschuhe schützen bei Longe und Führstrick vor Brandwunden durch durchrutschende Leinen.
Fazit: VG1-Helm bei jedem Kontakt mit dem Pferd, Weste ins Gelände und aufs Turnier, Stiefel mit Absatz – Reiten bleibt ein Sport mit Risiko, aber du entscheidest, wie gut du vorbereitet bist.
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