Gute Nachricht aus der Arbeitswelt: Die Zahl der Arbeitsunfälle in Deutschland sinkt. Das geht aus dem neuen DGUV Barometer Arbeitswelt 2026 hervor. Wir haben uns die Studie angesehen – und ordnen ein, was die Zahlen belegen und wo man vorsichtig bleiben sollte.
Das sind die Kernzahlen
- 730.598 meldepflichtige Arbeitsunfälle gab es 2025 – rund 24.000 weniger als im Vorjahr.
- 90 Prozent der Befragten stimmen zu, dass Prävention Unternehmen stärkt und die Krisenfestigkeit Deutschlands erhöht.
- Als größtes Unfallrisiko am eigenen Arbeitsplatz nennen 53 Prozent das Ausrutschen, Stolpern und Stürzen.
Erhoben wurde das Barometer vom Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der gesetzlichen Unfallversicherung. Befragt wurden 2.015 Beschäftigte aus Betrieben mit mindestens zwei Mitarbeitenden, darunter 544 Führungskräfte und Unternehmer. Die vollständigen Ergebnisse gibt es als DGUV-Publikation zum Nachlesen.
Ehrlich eingeordnet: So belastbar sind die Zahlen
Wichtig für die Einordnung: Ein „Barometer“ ist in erster Linie eine Befragung zu Einstellungen und Wahrnehmungen – kein reines Unfallregister. Die harte Zahl der 730.598 Unfälle stammt aus der amtlichen Statistik der Unfallversicherung, die Aussagen zu Risiko-Wahrnehmung und Präventionsbereitschaft dagegen aus der forsa-Umfrage. Beides ist seriös, misst aber Unterschiedliches.
Der Rückgang um 24.000 Fälle ist erfreulich, sollte aber nicht überinterpretiert werden: Ein einzelnes Jahr macht noch keinen dauerhaften Trend, und Faktoren wie Konjunktur oder veränderte Beschäftigtenzahlen spielen mit hinein. Bemerkenswert ist eher die Übereinstimmung: Dass 53 Prozent das Ausrutschen und Stolpern als Top-Risiko nennen, deckt sich gut mit den Fakten. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) gehen rund ein Viertel aller Arbeitsunfälle auf Sturz, Ausrutschen und Stolpern zurück. Das Bewusstsein ist also da – die Lücke liegt eher bei der konsequenten Umsetzung im Alltag.
Was bedeutet das für dich?
Die häufigste Unfallursache ist zugleich die, gegen die man am einfachsten etwas tun kann:
- Rutschhemmende Schuhe: Achte im Job auf die passende Rutschhemmungsklasse (SRA, SRB oder SRC). Auch privat in Küche, Werkstatt oder Garten lohnt griffiges Profil.
- Stolperfallen beseitigen: Kabel, herumliegende Kartons, lose Läufer und nasse Böden sind die Klassiker – kurz aufräumen wirkt sofort.
- Licht an: Schlecht ausgeleuchtete Treppen und Flure sind unterschätzte Risikozonen. Gute Beleuchtung ist die günstigste Sturzprävention.
- Prävention ernst nehmen: Sicherheitsbeauftragte, Unterweisungen und Gefährdungsbeurteilungen sind keine Bürokratie, sondern genau die Werkzeuge, die die Zahlen sinken lassen.
Unser Fazit: Der Trend zeigt in die richtige Richtung – und das größte Einsparpotenzial liegt ausgerechnet bei den simpelsten Maßnahmen. Sicherheit fängt bei den eigenen Füßen an.
Quellen: DGUV Barometer Arbeitswelt 2026, DGUV Publikationen, BAuA. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Sicherheitsunterweisung.
